Pferderassen, Reitweisen, Turniere – Ist es denn wirklich so schwer einmal über den Tellerrand zu schauen?

Heute wollte ich mal von einem Phänomen berichten, dass mir seit einiger Zeit schon öfters aufgefallen ist. Ich weiß nicht ob das nur in unserem Stall so ist, aber nun ja..

Vor kurzem sprachen wir über das Thema Zweitpferde. Also ein zweites Pferd. Falls ich jemals genug Geld haben sollte, irgendwann in 20 oder 30 Jahren vielleicht (Wenn überhaupt), würde ich mir ebenfalls ein zweites Pferd anschaffen.
Wir redeten ganz locker darüber was die Vorteile aber auch die Nachteile eines zweiten Pferdes sind, bis dahin gar kein Problem. Dann jedoch ließ ich den Satz fallen, dass mein Zweitpferd, neben Kúfa, kein Islandpferd sein würde sondern ein spanisches Pferd, am liebsten ein Karthäuser oder ansonsten ein P.R.E..
Ich kann euch nicht erklären warum, aber ich wurde angeguckt als würde ich von einem anderen Stern kommen und nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.
Ich weiß nicht ob das nur bei Islandpferdereitern so ist, aber nahezu bei allen (Ich wiederhole nochmal: Nicht bei allen!!!) aber diese Gruppe an Reitern und Pferdebesitzern sind so dermaßen auf „ihre“ Rasse eingeschoßen, als gäbe es keine andere auf der Welt. Immer wieder höre ich von Islandpferdereitern dass ihr Sport ja nicht ernst genommen werden würde und sie nur als Nische angesehen werden würden, aber wenn ich solche Reaktionen wie zu meiner Äußerung mit dem Spanier erlebe dann ist das meiner Meinung nach kein Wunder. Mit so einer Einstellung schließt man sich selber aus.
Anfang diesen Jahres war ich auf der HansePferd in Hamburg und ich hatte schon vorher überlegt Kúfa später, sobald sie am Hof stehen und ich mit ihr arbeiten würde, mit einem Westernsattel zu reiten. Ich habe außerdem vor sie von Anfang an gebisslos und völlig ohne Druck zu reiten. Ich finde es eigentlich fast schon traurig, dass ich diese Art und Weise „Alternativ“ nennen muss. Ich habe absolut nichts gegen Reiter, die sich dazu entschließen ihr Pferd mit Gebiss zu reiten aber ich habe entschieden das nicht zu tun. Kann man das nicht einfach hinnehmen und gleichwertig ansehen wie die „““normale“““ Reitweise? Inzwischen habe ich mich dazu entschlossen Kúfa einen baumlosen Sattel der Marke Barefoot zu kaufen, ebenfalls im Westerndesign. Mal sehen wie ich angeschaut werde sobald ich im Stall damit aufkreutze.
Ein ähnliches Spiel konnte ich übrigens auch beobachten als es um das Thema Turniere ging. Wir unterhielten uns während der olympischen Spiele darüber, dass Dressurpferde auf den Abreiteplätzen oftmals viel zu eng geritten werden und über diese, meiner Meinung nach, furchtbare Regelung, dass die Pferde 10 Minuten lang mit der LDR-Methode geritten werden dürfen. Ich bin absolut gegen diese Art und Weise Pferde zu reiten und stehe in keinster Weise hinter dieser Methode, doch ich warf ein, dass es ja auch Dressurreiter gibt, gerade Dressurreiter die nach der alten, klassischen Dresserreitweise reiten, die solche Methoden nicht anwenden und wir außerdem alle ein wenig Dressur reiten, wenn wir mit unseren Pferden auf dem Platz arbeiten. Auch als ich das erwähnte wurde ich angesehen wie ein Bus. Im Islandpferdesport würde es solche eng gerittenen Pferde ja gar nicht erst geben. Man sähe keine blauen Zungen oder gestresste Tiere.
Ganz ehrlich? Schwarze Schafe gibt es in jeder Reitsportart. Sei es Springen, Western, Dressur oder eben Gangpferdereiten. Und das ist nur eine Auswahl der verschiedenen Reitweisen, die sich inzwischen etabliert haben.
Natürlich steht jeder, der eine bestimmte Reitsportart betreibt mehr hinter dieser als einer anderen Reitweise, immerhin hat derjenige sich ja entschlossen nach dieser zu arbeiten, aber muss man den schwarzen Peter einzig und allein den anderen zuschieben? Und warum muss man überhaupt eine bestimmte Reitweise wählen? Kann man sich nicht einfach das für sich und sein Pferd Beste aus jeder Reitsportart wählen?
Ich möchte mit diesem Text auf keinen Fall sagen, dass nur Gangpferdereiter so sind, das ist nicht mein Ziel, aber ich reite nun einmal Islandpferde und kann nur beurteilen was ich dort beobachte und erlebe. Was es in anderen Ställen oder auf anderen Turnierplätzen für Unterhaltungen gibt kann ich nicht sagen.
Ich finde es auf jeden Fall furchtbar, dass man nicht über den Tellerrand schauen kann oder sogar alles und jeden schlecht redet, der etwa anstatt eines Dressursattels einen Westernsattel auf sein Pferd legt oder Dressurfiguren reitet anstatt die besten Gangarten seines Pferdes auf einer Ovalbahn zu zeigen.

So.

Sorry für diesen etwas längeren Text, aber das ist ein Thema über das ich mich schon länger aufrege und ich musste es einfach mal niederschreiben.
Mein nächster Post wird dann auch wieder etwas positiver. Versprochen. :D

Liebe Grüße

Nessie

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Mein Bücherregal. Heute: „Natural Horse – Über den achtsamen Umgang mit Pferden“ oder auch: Mein Lieblings-Bookazin

Hallöchen!

Heute geht es mal nicht um ein klassisches Buch sondern um ein Bookazin. Bis vor kurzem wusste ich nicht mal, dass es diesen Begriff gibt, aber man lernt ja bekanntlich nie aus.

Und schon bald bin ich in meinem Supermarkt auf dieses Bookazin gestoßen: „Natural Horse – Über den achtsamen Umgang mit Pferden.“

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Überzeugt einmal einen Blick in dieses Bookazin zu werfen hat mich die dritte Ausgabe diesen Jahres. Bisher hatte mich immer der relativ hohe Preis abgeschreckt doch inzwischen weiß ich, dass sich die 8.90 € definitiv lohnen. Zu einem weil es nur alle drei Monate erscheint und zum anderen weil die Themen einfach unfassbar interessant sind. Das Heft ist qualitativ sehr hochwertig gemacht und wirklich mehr ein Buch als ein Magazin.
Es geht um Themen, die es so in „normalen“ Pferdemagazinen nicht gibt. Es geht um das Wesen Pferd, seine natürlichen Bedürfnisse und wie man diesen am besten gerecht wird. In dem Magazin werden alle Autoren der Beiträge einzelnd vorgestellt und immer wieder weiterführende Bücher vorgestellt.
Es ist ein rundum gelungenes Heft, dass ich jedem ans Herz legen kann, der sich für den, meiner Meinung nach, richtigen Umgang mit Pferden interessiert und sich gerne inspirieren lassen möchte.

So, das war dann auch schon die nächste kleine Rezension von mir.

Liebe Grüße

Nessie

1 Jahr Kúfa!

Seit heute gehört Kúfa nun ein Jahr fest zu meiner Familie. Ein Jahr in dem ich viel Zeit auf der Weide verbracht habe, viel über sie gerlernt habe und jeden Augenblick davon genossen sowie sehr viel über sie daraus gelernt habe. Diese Zeit hat uns viel stärker zusammengeschweißt als das gesamte halbe Jahr im Jahr 2013 in dem ich mit ihr gearbeitet und sie geritten habe.

Ein kleines Bild von  heute:

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Mein Bücherregal. Heute: „Íslenski hesturinn“ von Gísli B. Björnsson und Hjalti Jón Sveinsson

Hallöchen!

Sooooo, heute gibt’s den zweiten Teil meiner Bücherregal-Reihe. Heute kommen wir zu einem ganz besonderen Buch. Heute geht es um ein isländisches Buch.

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Nein, ich spreche kein isländisch, auch wenn ich das gerne können würde (Und tatsächlich mal probiert habe es mir selbst beizubringen.). Und dennoch habe ich dieses Buch 2013 auf der Islandpferde WM in Berlin gekauft. Ich hatte es damals schon einmal im Internet gesehen aber es war mir immer zu teuer gewesen. 2013 hab ich dann zugeschlagen, auch wenn damit mein ganzes Geld, das ich damals mitgenommen hatte, dahin war (Gut, es reichte gerade noch für eine kleine Islandflagge). Ich musste dieses Buch einfach haben. Es war ein bisschen wie mit einem Kleid, das man anprobiert und weiß: „Ja, das ist es. Ich werde es nie wieder ausziehen.“

Das Buch heißt schlicht und einfach: „Íslenski hesturinn“, also „Islandpferd“. Es gab dieses Buch tatsächlich auch mal als deutsche Ausgabe, nur leider ist es unfassbar selten auf ebay zu finden und wenn, dann für einen Preis, der alles Erdenkliche übersteigt. Also gab’s das Ding für mich auf Isländisch.

In dem Buch geht es um die komplette Geschichte des Islandpferdes. Es beinhaltet sämtliche Informationen, die man über diese Rasse finden kann untermalt mit über 700 Fotos. Es hat 418 Seiten, die einfach nur dazu einladen das Buch in die Hand zu nehmen und immer wieder darin zu stöbern.
Das Buch umfasst, wie bereits gesagt, die Geschichte des Islandpferdes, alles über die Gangarten dieser Pferde, den Sport, Islandpferde außerhalb Deutschland, wichtige Islandpferde, die die Rasse, den Sport und die Zucht beeinflusst haben und vieles mehr. Zwischendurch gibt es immer wieder Texte und Kommentare bekannter Islandpferdereiter, was ganze noch interessanter macht. Und ein besonderes Highlight hat dieses Buch für mich: Es gibt eine ganze Seite über den Großvater meiner Reitbeteiligung Slápi „Hrafn frá Holsmúla“:

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Kurzgesagt: Ich bin unglaublich froh, dass ich eine Ausgabe dieses Buches besitze, sei es nun auf deutsch oder eben isländisch. Also falls ihr mal die Möglichkeit habt eines dieser Bücher zu bekommen schlagt zu. Auch wenn es nicht unbedingt das günstigste Buch ist. Es lohnt sich wirklich, nicht nur für Islandpferdereiter. Und auch dann, wenn man die isländische Sprache nicht beherrscht.

Damit war’s das auch mit dieser Rezension. Mal schauen welches meiner Bücher ich mir als nächstes vornehme.

Bis dahin einen schönen Tag euch!

Nessie

Mein Bücherregal. Heute: „Die Sprache der Pferde“ von Monty Roberts

Hallöchen!

Ich dachte, dass ich euch mal ein paar meiner Bücher vorstelle. Also keine Bücher, die ich selbst geschrieben habe, sondern Pferdebücher aus denen ich viel gelernt habe, Bücher die ich besonders schön finde… Bücher die einfach einen besonderen Platz in meinem Bücherregal haben. Anfangen möchte ich mit diesem Buch:

Monty Roberts – Die Sprache der Pferde

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Ich habe dieses Buch ja schon einmal in einem meiner Posts erwähnt und heute möchte ich euch einfach ein bisschen mehr darüber erzählen. Zunächst einmal der Klappentext:

„Die Sprache der Pferde – zum ersten Mal von Monty Roberts kompakt dargestellt! Die Monty-Roberts-Methode des Join-up hat sich in den vergangenen Jahren weltweit bewährt. In seinem neuen Trainingshandbuch beschreibt und erläutert der „wahre Pferdeflüsterer“ die einzelnen Schritte der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Dieses Buch ist die Quintessenz aus sechs Jahrzehnten Arbeit mit Pferden, es ist das Hauptwerk des Monty Roberts – ein Muss für alle Reiter und Pferdeliebhaber!“

„Ein Muss für alle Reiter und Pferdeliebhaber!“ – Dem kann ich nur zustimmen. Wie ich bereits schrieb baut nahezu meine gesamte Arbeit mit Pferden auf der Methode Monty Roberts‘ auf.
Dieses Buch hat mir schon so oft so sehr geholfen und gerade das join Up, welches in diesem Buch detalliert beschrieben wird ist inzwischen ein Bestandteil meines Umgangs mit Pferden. Ich habe diese Methode bereits im Roundpen, auf dem Reitplatz, auf dem Paddock oder sogar in großen Gruppen von Pferden ausprobiert um ein einzelnes Pferd, welches sich nicht einfingen ließ, auf mich zu fokussieren um es dann ruhig und gelassen aufzuhalftern und zu führen.
In dem Buch werden aber auch die Grundsätze der Psychologie eines Pferdes beschrieben, welche man, meiner Meinung nach, unbedingt kennen sollte, wenn man täglich mit Pferden zu tun hat. In „Die Sprache der Pferde“ sind diese wunderbar einfach erklärt und zusammengefasst.
Außerdem wird in einzelnen Kapiteln auf bestimmte Probleme eingegangen, wie etwa das Verladen eines Pferdes, was ja für viele Pferde schwierig ist oder einfach nur, dass das Pferd stehen bleibt, wenn man aufsteigt.
Kurzgesagt: Es ist ein tolles Buch, dass ich in meinem Bücherregal nicht missen möchte. „Die Sprache der Pferde“ ist ein umfassendes Werk rund um die Psychologie des Pferdes. In dem Buch werden die Erkenntnisse, die Monty Roberts in den vielen Jahren, die er bereits mit Pferden zusammenarbeitet zusammengefasst und als Reiter oder Pferdemensch kann man sehr viel daraus lernen.

Verzeiht mir bitte, wenn die Buchrezension nicht unbedingt professionel ist. Es ist die erste, die ich geschrieben hab. Ich hab sie jetzt einfach mal frei aus dem Bauch heraus verfasst.
In der nächsten Zeit werden noch einige weitere Rezensionen meiner Pferdebücher folgen. Ich hoffe, ihr schaut dann wieder vorbei.

Bis zum nächsten Post!

Nessie

Warum ich den Herbst vielleicht doch mag (Und meinen Weg zum Stall sowieso.).

Guten Morgen!

Ich sitze hier gerade, trinke meinen morgentlichen Smoothie und dachte ich schreibe ein bisschen. Na ja, eigentlich wollte ich euch nur ein paar Fotos zeigen, die ich gestern auf dem Weg zum Stall gemacht habe. Ich gehe eigentlich immer zu Fuß zum Stall, zuerst die Straße entlang, grüße Leute, die mir vom Auto aus zuwinken, obwohl ich sie nicht einmal erkenne und tanze zu „I wanna dance with somebody“. Und ich mache Fotos. So wie diese hier.

All diese Fotos sind unbearbeitet.
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Das ist nur ein kleiner Auszug meines wunderschönes Weges zum Stall. Vielleicht versteht man jetzt warum das auch meine Lieblingsstrecke zum Joggen ist. Oder eben um zum Stall zu wandern. :)

Einen schönen, herbstlichen Tag euch!

Nessie

 

 

Warum ich nicht flüstere sondern zuhöre.

Hallöchen!

Ich lese momentan ein sehr interessantes Buch. Und zwar das Buch über die Lebensgeschichte Monty Roberts‘. Es ist bereits das dritte Buch, dass ich von ihm lese und ich bin… nun ja.. Ich mag es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Als erstes habe ich damals „Pferde meines Lebens“ gelesen und danach „Die Sprache der Pferde“. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Reihenfolge vielleicht nicht so optimal war. Man sollte „Der mit den Pferden spricht“ als erstes lesen um die Geschichte dieses Pferdemenschen zu kennen, denn daraus wird vieles aus den anderen beiden Büchern und vor allem auch viele Aspekte und Hintergründe seiner Arbeit mit Pferden klarer.
Ich bewundere genau seine Arbeit und die Entdeckung der Sprache, die er „Equus“ genannt hat schon seit Jahren. Nahezu meine gesamte Arbeit mit Pferden baut darauf auf. Ich habe sein Buch „Die Sprache der Pferde“, in dem seine Methode des JOIN UP’s näher erklärt wird zweimal gelesen. Einmal einige Zeit vor Kúfa und kurz nachdem dieses Pferd in mein Leben trat. „Equus“ hat mir so sehr dabei geholfen Probleme zu lösen und hat vor allem eines getan: Mir die Augen geöffnet.
Ich glaube, dass der Schlüssel zu dem „Sprechen“ mit Pferden darin liegt, dass wir ihnen zuhören.
Pferde „sprechen“ während jeden Kontaktes mit einem anderen Lebewesen zu diesem. Sie reden viel mehr als wir, nur dass sie das nicht über Laute tun sondern über ihre Körpersprache.
Natürlich habe ich nicht nur Bücher gewälzt, sondern auch viele eigene Beobachtungen machen können, die mir einige neue „Wörter“ beigebracht haben. 2013, in dem Jahr in dem ich Kúfa kennengelernt habe, habe ich ich für einige Monate fast jeden Tag im Stall verbracht. Am Vormittag habe ich die Ställe und Paddocks gesäubert und am Nachmittag sowie am Abend hab‘ ich dann verschiedene Pferde longiert oder bin geritten. Zur Mittagszeit saß ich oft einfach nur da und habe die Herden beobachtet.
Isländer sind sehr gesprächige Pferde. Also zumindest die, die ich beobachtet habe.
Wir haben auf unserem Hof zwei Wallachgruppen, eine Stutenherde und eine Gruppe mit den etwas älteren Pferden. Und jede von ihnen ist anders. Doch sie haben auch alle Gemeinsamkeiten. Sie sind ein sozialer Verbund in dem es Freunde gibt aber auch welche die sich nicht verstehen. Es gibt Pferde, die einen höheren Posten haben und dieses Herdensystem zusammenhalten. Manchmal erscheinen diese Pferde etwas ruppig zu den anderen, doch auch sie haben ihre Aufgabe. Sowie jeden andere Pferd in der Gruppe auch.
Islandpferde sind im Verhältnis zu anderen Pferderassen noch ein wenig schwerer zu lesen, also finde ich zumindest. Sie sind sehr still und ihre Signale sind sehr präzise. Alles andere wäre in der Wildnis auf Island, aus die sie selbst oder zumindest ihre Vorfahren stammen, wahrscheinlich auch ein zu hohes Risiko. Man hört sie fast nie wiehern.
Und dennoch ist es möglich diesen Pferden zuzuhören. Man muss eben nur sehr genau dabei sein.
Jede Pferderasse unterscheidet sich in ihrer Sprache ein wenig. Wir haben in unserer „Alten-Gruppe“ eine Traberstute stehen und die Arme hat es manchmal wirklich nicht leicht. Sie kommt jeden Abend in eine Box und wird jeden Tag auf’s Neue in die Gruppe gestellt. Ich denke, dass ihr diese Vorgehensweise die Möglichkeit sich in diese feste Gruppe von Islandpferden zu integrieren noch schwerer macht und es ihr so auch schwerer gemacht wird, die Sprache der Islandpferde zumindest zu Teil verstehen zu lernen oder gar zu übernehmen. Ich beobachte das immer und immer wieder. Sei es wenn sie zur Futterraufe geht und fressen will oder sich unterstellen möchte… Sie hat immer Probleme mit den Isländern.
Natürlich unterscheidet sich ihre Sprache, generell die Sprachen der verschiedenen Rassen, nicht so gravierend von der der Isländer. Es ist nicht so wie bei uns, wenn wir Urlaub in einem fernen Land machen, aus dem Flieger steigen und nicht einmal wissen wie wir unser Geld wechseln sollen. Es sind einfach sehr viel feinere Unterschiede, die ihr die Kommunikation mit den anderen erschwert.

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Auch ich musste diese feine Sprache der Pferde lernen, sie verstehen und lerne immer noch. Mit jedem Tag, den ich bei den Pferden verbringe lerne ich mehr und mehr. Und es fällt mir immer leichter mit den Pferden zu kommunizieren. Und genau das ist die Grundlage für meine Arbeit mit Pferden. Ich liebe diese Arbeit mit ihnen und es erfreut mich immer wieder wenn ich ein JOIN UP mit einem neuen Pferd probiere und es funktioniert. Vor kurzem bei Ör etwa. Ich habe so ein JOIN UP auch schon in einer Herde von Pferden gemacht und auch das funktioniert. Wenn man sich auf das eine Tier fokussiert, dann weiß es ganz genau, dass es gemeint ist.

Na ja, gut, ich denke das reicht erstmal für heute, auch wenn ich noch Stunden darüber schreiben könnte. Ich werde wahrscheinlich ohnehin nochmal auf das Thema eingehen.

Einen schönen Tag euch!

Nessie