1 Jahr Kúfa!

Seit heute gehört Kúfa nun ein Jahr fest zu meiner Familie. Ein Jahr in dem ich viel Zeit auf der Weide verbracht habe, viel über sie gerlernt habe und jeden Augenblick davon genossen sowie sehr viel über sie daraus gelernt habe. Diese Zeit hat uns viel stärker zusammengeschweißt als das gesamte halbe Jahr im Jahr 2013 in dem ich mit ihr gearbeitet und sie geritten habe.

Ein kleines Bild von  heute:

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Umweiden.

Am Sonntag wurden meine Kúfa und ihr kleiner Lundi (der übrigens nicht mir gehört) umgeweidet. Sie sind vorübergehend auf eine wunderschöne Koppel gekommen. Ich konnte zum Glück ein paar Bilder machen, die ich euch nicht vorenthalten will.

Für größere Ansichten der Fotos könnt ihr einfach auf die Bilder klicken.

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Kúfa war wie immer super artig beim Verladen (Sie geht fast immer freiwillig in den Hänger.) und alles hat wunderbar geklappt.

Ich hätte noch Stunden auf dieser Weide verbringen können um die Stuten und ihre Kleinen zu beobachten. Man lernt so viel wenn man den Pferden einfach nur zuschaut.

Mein Pferde-Trio. Heute: Kúfa

Hallöchen!

Ich hab‘ beschlossen euch die drei Pferde, die mich momentan begleiten einmal ein wenig näher vorzustellen. Anfangen werde ich natürlich mit Kúfa. Kúfa vom Uhlenhof.
Los geht’s!
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„Evtl. könntest du auch ein Pflegepferd bekommen.“

Dieser Vorschlag kam einher damit, dass ich doch ein bisschen im Stall helfen könnte, wenn ich Lust hätte. Und das hatte ich. Und dieses Pflegepferd bekam ich. Dieses Pflegepferd war Kúfa.

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Damals stand sie alleine auf einem kleinen Paddock direkt neben den anderen Stuten, damit sie sich an die Herde gewöhnen könnte, in die sie später integriert werden sollte.
Es war Winter, Anfang Februar etwa. Ich trug Reithosen, eine dicke Jacke, eine Mütze und Handschuhe. In meiner Hand hatte ich ein Halfter.
„Hallo“, sagte ich. Das war das erste Wort, dass ich jemals zu diesem Pferd gesagt hatte.
Sie trat zurück in die hinterste Ecke ihres kleinen Paddocks. Ihre Ohren waren auf mich gerichtet ebenso wie ihr Blick. Ich spürte die Anspannung in ihrem Körper förmlich. Die Anspannung, die Angst.
Vorsichtig öffnete ich die Litze und ging auf sie zu. Ich strich über ihren Hals und legte ihr langsam das Halfter an. Ihr gesamter Körper war fest. Sie trug ihren Kopf hoch erhoben, so dass es ziemlich schwer war ihr überhaupt ein Halfter anzulegen.
Dann führte ich sie langsam den Weg entlang zum Putzplatz und begann sie zu bürsten. Ihre Anspannung legte sich etwas.

Das war mein erster Tag mit Kúfa. Danach folgte eine schwierige Zeit. Ich begann mit ihr zu arbeiten. Wir begannen uns kennen zu lernen. Sie begann zu verstehen, dass keine Gefahr von mir ausging. Wir freundeten uns an.

Kúfa ist ein sehr, sehr sensibles Pferd. Sie ist sehr klug und extrem vorsichtig. Sie ist ein Pferd, dass einen Menschen braucht und nicht damit klar kommt von vielen verschiedenen Personen geritten zu werden. Diese Eigenschaft brach ihr Vertrauen einige Monate später erneut.

Als ich sie verlor hatte ich mir geschworen sie niemals zu vergessen. Ihre Art, ihr Wesen, das was sie mich gelehrt hatte. Niemals hätte ich gedacht, dass dieser Schwur nicht nötig war.

Zwei Jahre später bekam ich im Stall mit dass sie und die anderen tragenden Stuten unseres Hofes auf einer Koppel im Nachbardorf standen. Mein Kopf ratterte. Ich ging in Gedanken sämtliche Koppeln ab, die in Frage kommen könnten und noch am selben Tag fuhr ich hin. Mein Herz hämmerte bis zum Hals als ich vor den Zaun trat und sie dann erblickte. Sie stand auf einer kleinen Erhöhung.
Kúfa hob den Kopf und sah mich an. Sie zögerte einen Augenblick, dann kam sie auf mich zu.

Zwei Jahre hatte ich damit verbracht abends in meinem Zimmer zu sitzen und zu überlegen wie es ihr geht. Ich hatte sie gezeichnet, über sie geschrieben, von ihr geträumt, Songs gehört, die mich an sie erinnern. Ja, ich hatte zu diesen Songs geweint, weil sie mir so gefehlt hatte.

Ein weiteres halbes Jahr verstrich. Ein halbes Jahr bis wir zu einer weiteren Koppel fuhren auf der sie zu dem Zeitpunkt stand. Das war der erlösende Tag, an dem wir fragten ob sie zu kaufen wäre. Und als die Antwort „Ja“ war, schossen mir die Tränen in die Augen.
14 Tage später unterschrieb ich den Kaufvertrag für Kúfa. Von dem Tag an… Nun kann sie mir niemand mehr nehmen. Mein Herzenspferd. Mein Seelenpferd. Das Puzzleteil in meinem Leben, das mich komplettiert.

Nie zuvor hätte ich gedacht, dass man ein Pferd so sehr lieben kann. Dass man ein Pferd so sehr vermissen kann. Ich habe nie ein Pferd gesucht. Ich habe es gefunden. Und ich wusste von diesem ersten „Hallo.“ vor dem Paddock an, dass sie etwas ganz besonderes ist.

Im nächsten Jahr werde ich versuchen ihr erneut so viel Sicherheit zu geben, dass sie mich auf ihrem Rücken trägt. Nur mich. Niemand anderen. Und ich werde ihr zeigen, dass ihr niemand mehr schaden möchte. Auch wenn das schwer wird. Und auch wenn es nicht funktioniert. Sie wird immer bei mir bleiben. Immer.
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Ja, soviel erstmal zu Kúfa. Ich werde sie sowieso noch fünftausend mal erwähnen, also reicht das für’s erste. Als nächstes werde ich euch dann den Slápi vorstellen.

Bis dahin also eine schöne Zeit!

Nessie