Mein Pferde-Trio. Heute: Slápi 

Soooo, kommen wir zum zweiten Teil meiner „Pferde-Vorstellungs-Runde“. Heute geht’s um den Slápi.

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Slápi kenne ich jetzt seit über drei Jahren. 2013 kam seine Besitzerin auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte ihr Pferd ein wenig mit zu bewegen, da sie wegen ihres Studiums nicht immer Zeit hätte. Wir trafen uns also im Stall, ich ritt ihn Probe und zack! hatte ich eine Reitbeteiligung.
Slápi war zu diesem Zeitpunkt 18, genauso alt wie ich. Er ist als Rappe eingetragen, aber die meiste Zeit des Jahres mehr braun als schwarz. Zudem haben wir die selbe Haarfarbe. Hashtag #funfact.

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Früher war Slápi ein erfolgreiches Sportpferd. Er hat eine unfassbare Töltveranlagung und fliegt selbst ohne jegliche Zügeleinwirkung nur so um die Bahn. Aber auch seine anderen drei Gänge lassen sich sehen. Kurz gesagt: Er ist ein rundum tolles Pferd.

Aber von Anfang an:
Ich schwang mich damals also völlig ahnungslos auf seinen Rücken und ritt los. Natürlich war ich furchtbar angespannt. Ich kam mir vor als hätte ich noch nie zuvor auf einem Pferd gesessen. Jeder der schon einmal eine mögliche Reitbeteiligung probegeritten weiß glaube ich was ich ich meine. Ich saß also auf diesem Pferd, wie der erste Mensch, mit den Zügeln in der Hand. Ich bin recht gut darin unangenehme Situationen zu überspielen (Zumindest war ich es zu dem Zeitpunkt.) und ritt einfach wie ein Idiot lächelnd auf der Bahn. Slápi muss gedacht haben er habe ein Mädchen auf dem Rücken, das noch nie zuvor geritten war, schon im Schritt Angst hatte und jeden Moment ‚runter segeln würde.

Dann bin ich angetöltet.

Mir eröffnete sich eine neue Welt.

Das war der Tag an dem ich zum ersten Mal wusste was Tölt eigentlich ist und das obwohl ich schon Jahre lang auf Islandpferden geritten bin. Slápi töltet… Eigentlich ist es unbeschreiblich. Es ist wirklich ein wenig wie fliegen. Man kann auf seinem Rücken einen Kaffee trinken wenn er seine Runden dreht. Gut, er ist früher nicht umsonst T2 gelaufen, aber für mich, damals „nur“ Reitschülerin, war das eine Art Offenbarung darüber was überhaupt in diesen kleinen, flauschigen Islandpferden steckt. Und mit einem Mal war mein Lächeln nicht nur eine Show, sondern echt. Ich kam mir vor wie im Himmel.

Wenn man sich den Slápi so anschaut, dann würde man niemals denken, dass er so ein unfassbares Potenzial hat. Er ist ein Isländer im alten Typ, also relativ kräftig gebaut mit dem typischen Isländerkopf. Er hat eine dichte Mähne, einen dichten Schopf und einen ebenso dichten Schweif.
Vom Charakter her ist er… na ja… sagen wir mal manchmal etwas „eigen“.

Slápi liebt Bananen. Und Salat. Generell aber eigentlich alles was man unter dem Begriff „Futter“ versteht. Manchmal muss man ihn wirklich ein wenig zurück halten sobald etwas essbares in der Nähe ist. Anders ist das bei Regen oder Kälte. So schnell kann man gar nicht gucken und er steht unter seinem Unterstand. Er reagiert wirklich sehr empfindlich darauf und wird im Winter immer von uns eingepackt.

Dennoch würde ich dieses Pferd nie wieder freiwillig abgeben. Ich vertraue ihm wirklich blind. Nicht ohne Grund reite ich ihn, trotz meiner Epilepsie, ohne Sattel und Trense. Ja, sogar ohne Halsring. Nur wenn ich mit ihm springe benutze ich den zumindest. Ich weiß einfach, dass er mir nie bewusst schaden würde. Er passt immer auf mich auf. Wenn ich ihn reite und viele Absencen, also epileptische Anfälle hab, es mir also schlechter geht bleibt er stehen und wartet auf meine Entscheidung ob es weitergehen soll oder nicht. Er weiß einfach wie ich mich fühle und ich weiß wie er sich fühlt.
Wenn ich mal längere Zeit nicht im Stall war stellt er sich auf eine kleine Erhöhung aus Stein auf seinem Paddock und wiehert mir zu, wenn ich zu ihm komme. Tue ich das nicht beobachtet er mich die ganze Zeit.
Es reicht wenn ich rufe und er kommt von der Koppel nach oben zu mir getrabt…
Slápi ist ein wundervolles Pferd und ich bin so dankbar ihn reiten zu dürfen. Er hat mich soviel gelehrt und mir soviel gezeigt. Und mich ein wenig verwöhnt. :D

Oh man, jetzt bin ich wieder viel zu sentimental geworden. So sollte der Text eigentlich gar nicht enden, aber gut, ok.

Als nächstes werden ich euch dann Ör vorstellen. Sie ist die neuste in dem Trio an Pferden, das mich momentan begleitet.

Bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Tag, einen schönen Abend oder… na ja.. was ihr eben gerade für eine Tageszeit habt. :)

Nessie